Die Kirchenfenster an St. Johannis

Als vor 125 Jahren unsere neugotische Kirche vor dem Dammtor eingeweiht wurde, haben viele Hamburger Bürger und Bürgerinnen diesem schönen Kirchenbau mit besonderen Votivgaben einen zusätzlichen Glanz verliehen. Ein unverwechselbares Licht prägt den Kirchenraum durch die wunderschönen Glasfenster. Sie wurden in einer Innsbrucker Werkstatt erstellten und stammen aus dem Kreis des bekannten „Nazareners“ Julius Schnorr von Carolsfeld. Sie zeigen einen zusammenhängenden Zyklus aus biblischen Geschichte. Die Farben der gut erhaltenen Fenster leuchten noch wie vor 120 Jahren, da sie durch zusätzliche Außenfenster besonders geschützt werden konnten. Als diese Außenverglasung 2009 erneuert werden musste, konnte der Förderverein dankenswerter Weise wieder zahlreiche Hambuger Bürger und Bürgerinnen gewinnen, diese zu stiften.

Die Botschaft der Bilder

Theologie der Gründer

Bezeichnend für die Theologie der Gründer finden sich im Mittelschiff der Kirche die Fenster mit Motiven aus dem Alten Testament gen Norden und erscheinen für die Betrachtenden dunkler als die Fenster mit den Motiven aus dem Neuen Testament, die auf der Südseite im Sonnenlicht erstrahlen. Paarweise sind sie aufeinander abgestimmt: Adam und Eva am Schöpfungsbeginn korespondieren mit der Offenbarung des Johannes, die Bindung Isaaks mit der Taufe des Cornelius, Mose und Aaron mit der Bekehrung des Paulus. Auch im Mittelschiff stehen sich zwei große Fenster gegenüber: gen Norden die Geburt und Verehrung Jesu als Gottes Sohn und gen Süden die Geburtsstunde der Kirche mit der Ausgießung des Heiligen Geistes am Pfingsfest. Den Altarraum schmücken zentrale Szenen aus dem Leben Jesu.

Begegnungsszenen aus Jesu Leben

Jesus als der erhöhte Christus
Ostseite, zentral über dem Altar


Das Glasfenster, das jeden eintretenden Besucher zuerst ins Auge fällt, zeigt das Motiv des auferstanden und erhöhten Christus. Mit geöffneten Armen wirkt seine Gestalt zugewandt und einladend. In seiner linken Hand hält er das Buch des Lebens, in dem die Namen der Menschen geschrieben sind. In seiner Rechten trägt er zwei Schlüssel, Symbol für seinen Zugang zu Himmel und Hölle und dem Herzen der Menschen.
Über der Darstellung des gekreuzigten Christus im Altar erinnert dieses Bild an die Hoffnung, dass nach unserem Sterben dieser Christus uns in der Ewigkeit Gottes empfängt und willkommen heißt.

Stifter und Stiftungstext
Originalfenster: "Zum Andenken meines Bruders Robert - Hermann"
Schutzfenster: "Als Zuwendung für St. Johannis-Harvestehude" Familie Markert und Lafrenz.

Im Angesicht des Todes

Jesu Todesringen im Garten Gethsemane
Nordseite









Stifter und Stiftungstext
Originalfenster: "Hermann Friedrich Goverts"
Schutzfenster: "In Memoriam Reinhild Hausmann" von Roth Reinhild

Die Auferweckung des Lazarus durch Jesus
Südseite










Stifter und Stiftungstext
Originalfenster: "Zum Andenken an ihre Kinder Olga und Alfred Nikolaus" von Heinrich Nölting und Frau, geb. Siemens



Am Wasser

Jesu Taufe durch Johannes
Nordseite










Stifter und Stiftungstext
Originalfenster: "Albertus von Ohlendorf"

Jesu Gespräch mit der Frau am Brunnen
Südseite









Stifter und Stiftungstext
Originalfenster: "Meiner Frau zum Andenken" von Robert M. Slomann

Das Neue begrüßen

Die Anbetung des Christkindes
Nordseite





Stifter und Stiftungstext
Originalfenster: "In memoriam Heinrich Gossler"

Die Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten symbolisiert durch die Feuerzungen auf den Stirnen die Geburt der Kirche
Südseite



Stifter und Stiftungstext
Originalfenster: "Dem Andenken von Lois des Arts" von Wilhelmine Des Arts, geb. Moenck

Rechtes Tun und Evangelium

Mose und Aaron mit den Zehn Geboten „Das Gesetz ist unser Zuchtmeister gewesen auf Christum.“
Nordseite
23 Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbart werden. (Galater 4.3) 24 Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden.
25 Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. (Römer 10.4) 26 Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. (Johannes 1.12) (Römer 8.17) 27 Denn wieviel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. (Römer 6.3) (Römer 13.14) 28 Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu. (Römer 10.12) (1. Korinther 12.13) 29 Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.
Stifter und Stiftungstext
Originalfenster: "Emilie Bergeest"

Die Berufung des Paulus „Herr! Was willst Du, da? ich thun soll?“
Südseite



Stifter und Stiftungstext
Originalfenster: "Dem Andenken der theuren Eltern Joh. August Bartholly u. Maria" von den Kindern Luise und Emilie


Die Todes- und Errettungsthematik

Die Bindung und Errettung Isaaks
Nordseite



Stifter und Stiftungstext
Originalfenster: "Zum Andenken an Paul Gottfried Schinkel"

Die Taufe als Tod des alten Adams und Wiedergeburt des neuen Menschen
Südseite





Stifter und Stiftungstext
Originalfenster: "Johann Arnold Heise"

Visionen des vergangenen und zukünftigen Paradieses

Adam und Evas Sündenfall
Nordseite



Stifter und Stiftungstext
Originalfenster: "Familie P. Rauers"

Die neue Erde und der neue Himmel der Offenbarung im Neuen Testament
Südseite